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„Kein Frühstück in Ghana?“

Heinersdorf, den 19.11.2012

Projekttage bieten für uns eine tolle Abwechslung zum normalen Unterricht. Aber nicht, dass wir dabei nichts lernen würden – ganz im Gegenteil! Nur eben auf eine ganz andere Art und Weise. Und am 02.November 2012 war es wieder soweit.
Die 9. Brandenburger entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationstage (BREBIT)
standen in diesem Jahr unter dem Motto „Dinner for one – oder für alle? Unsere Welt zwischen Hunger und Überfluss“. Im Rahmen der diesjährigen BREBIT fand unser Projekttag zum Thema „Kein Frühstück in Ghana?“ statt.
Als Projektleiterin durften wir Frau Elizabeth Asamoah begrüßen. Frau Asamoah stammt aus Ghana, ist aber heute in Berlin-Zehlendorf zu Hause.
Wir waren sehr gespannt auf die Dinge, die sie uns berichten würde. Und wir hatten so viele Fragen, dass wir vor Neugier fast platzten. Aber erst einmal stellten wir uns vor, damit Frau Asamoah wusste, mit wem sie es zu tun hatte.
Nach der Vorstellungsrunde erzählte Frau Asamoah von den Essgewohnheiten in ihrer Heimat. In Ghana haben die Menschen vor allem in den ländlichen Gebieten ihre Speisen dem Angebot des heimischen Gartens  angepasst. Denn oftmals haben sie kein Geld oder auch keine Gelegenheit, sich teure Waren aus der Stadt zu besorgen. Auch Kühlschränke sind in Ghana unüblich. Nahrungsmittel werden nicht gelagert, sondern frisch verzehrt. Es gibt auch keine sog. Erntezeit. Aufgrund des Klimas ist das ganze Jahr ausreichend frische Nahrung vorhanden.
Im Süden Ghanas werden vorwiegend Süßkartoffeln oder Maniok und im Norden die Knollenfrucht Yams angebaut und gegessen. Außerdem sind Kochbananen überall sehr beliebt. Auch Reis und Mais sind bekannt und werden gegessen. Brot so wie wir es kennen, gibt es nicht. Dem Baguette ähnliche Brote werden manchmal an den Straßenrändern verkauft, sind aber sehr teuer und nicht fester Bestandteil der Mahlzeiten.
Das Essen besteht normalerweise aus einer sättigenden Basis aus Süßkartoffeln, Maniok, Yams oder Kochbananen, manchmal auch Reis oder Maisgrieß, zu der es meist nur eine Soße gibt. Gemüse gehört nicht unbedingt zu einer Mahlzeit und wird nur gelegentlich gegessen.
Fisch und Fleisch sind eigene Mahlzeiten. Sie werden meist in Soße gekocht und mit dieser auch gegessen. Vor allem in Küstennähe und in der Region des Volta-Sees essen die Ghanaer viel und gern Fisch, der auch preisgünstig ist. Viel teurer hingegen ist Fleisch. Es wird zwar gern, aber sehr selten verzehrt. Beliebt sind vor allem Rind und Wild. Schweinefleisch ist eher unbekannt und wird auch aus religiösen Gründen gemieden.

Ja und was ist nun mit dem Frühstück?
Ein Frühstück direkt nach dem Aufstehen ist in Ghana eher unüblich. Meist wird das Frühstück etwas später am Vormittag eingenommen. Hierbei handelt es sich um eine warme Mahlzeit aus Bohnen oder Reis mit Soße oder auch Haferbrei in unterschiedlichsten Varianten. Die Ghanaer bevorzugen stets warme Mahlzeiten – eben auch zum Frühstück!

Nun wussten wir also, was und wie in Ghana gegessen und vor allem gefrühstückt wird. Und endlich war auch Raum für die vielen Fragen an Frau Asamoah.
Wie leben die Kinder in Ghana? Gehen sie zur Schule? Wie ist es dort in der Schule? …
Geduldig hörte sich Frau Asamoah unsere Fragen an und berichtete.
Auch die Kinder in Ghana gehen zur Schule und das in der Regel im wahrsten Sinne des Wortes, denn viele müssen einen kilometerlangen Schulweg zu Fuß zurücklegen! Die Schulstunden sind genauso lang wie in Deutschland und die Kinder tragen Schuluniformen. Nach der Schule haben die Kinder oft Verpflichtungen. Viele von ihnen müssen das Wasser, das die Familie braucht, aus einem Brunnen schöpfen und auf dem Kopf nach Hause tragen. Frau Asamoah bot uns an, das einmal auszuprobieren. Natürlich wollten wir keine Überflutung riskieren und nahmen statt des Wassergefäßes den Papierkorb und als schwappendes Wasser diente ein kleiner, in den Papierkorb hineingestellter Topf. Dann noch als Tragehilfe ein Tuch auf den Kopf und los! Oh, das war gar nicht so einfach! Und man mochte gar nicht daran denken, dass Wasser noch viel schwerer als der kleine Topf und der Weg vom Brunnen nach Hause für die Kinder viel weiter als ein paar Schritte in unserem Klassenzimmer waren!
Nach der Hofpause lernten wir ein ghanaisches Lied, dass mit einem Spiel verbunden wurde. Im Rhythmus des Liedes mussten unter lautem Klopfen kleine Holzblöcke weitergereicht werden. Wer aus dem Takt kam, musste ausscheiden. Am Ende unseres kleinen Wettbewerbes blieben drei Kinder als Sieger übrig.
Anschließend bekam jeder von uns einen Fragebogen, auf dem wir zu unserem Ess- und Konsumverhalten befragt wurden. Nachdem die Bögen ausgefüllt worden waren, war noch einmal Gelegenheit, Fragen an Frau Asamoah zu stellen. Frau Asamoah beantwortete jede einzelne, auch ganz persönliche.
Zum Abschluss haben wir dann noch einmal gemeinsam das gelernte ghanaische Lied gesungen und uns verabschiedet.

Der Projekttag hat allen sehr viel Spaß gemacht und wir haben eine Menge über Ghana erfahren. Nicht zuletzt auch wegen seiner Exotik war dieser Tag etwas ganz Besonderes! Vielen herzlichen Dank Frau Asamoah!

 

P.S.: Viele weitere Infos und Material zum „BREBIT“ (auch zu denen der vergangenen Jahre!) findet man unter www.brebit.org! Hier gibt es auch eine Verlinkung zur Webseite „Bildung für nachhaltige Entwicklung - Weltdekade der Vereinten Nationen 2005 – 2014“ (www.bne-portal.de) mit vielen weiteren Materialien!

 

Im Namen der Schülerinnen und Schüler der Klasse 6
Jan-Amos Zastrow

 
 
 
 
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